USA ist gegen uns, nicht die Welt

Von Moisés Absalón Pastora

Ich unterhielt mich … mit einem Freund und er erzählte mir, dass er als kleiner Unternehmer wieder Luft holen kann, weil er fühle, dass das Land Schritt für Schritt zur Normalität zurückkehrt. Er spüre im Gemüt der Menschen einen Schimmer Hoffnung, denn wenigstens am Horizont profilierte sich trotz der Verluste der Neubeginn, die neue Chance oder das, was eben noch zum Siegen zu tun ist.

Dieser Freund, der ein kleines Gasthaus in Granada hat, sagte mir, dass die Stadt erneut ihren Duft nach Chicha (Mais-Getränk) und Vigoron (traditionelles Gericht aus Yuca, Rind- und Schweinehack und Kohlsalat) spüren lässt, dass die Touristen wieder unterwegs sind, dass es mehr Autos gegenüber dem Ahlambra-Hotel gibt, dass die Straße mit der Abendfrische erwacht, dass die Autos mit größerer Häufigkeit Kurs auf den Strand nehmen, um eine frische Brise zu suchen und dass letztendlich die Große Sultanin (eine Bezeichnung für Granada) nach und nach wieder die Stadt wird, in der die Familien die Nähe der Schaukelstühle gewinnen, von denen aus sie über alles und jedem reden…

Mein Freund sagte mir, dass ein sehr positiver Zug für die Zukunft darin bestand, dass die Tätigkeit der Regierenden nicht rückwärts blickend verblieb und nicht riskierte, zur Salzsäule zu erstarren. Die Regierenden antworteten mit einer Ankurbelungspolitik, die zu einen Synonym der Reaktivierung auf allen Gebieten wurde, um so schnell wie möglich die Schäden zu beseitigen, die der Terror verursachte und wieder den Platz einzunehmen, den wir vor dem vergangenen 18. April hatten.

Aber mein Freund sagte mir auch, dass wir, obwohl wir im Inneren gern zum Frieden zurückkehrten, unmöglich ein Moment ignorieren können, nämlich den internationalen Druck, der im Missfallen der OAS mit der Regierung Nicaraguas zum Ausdruck kommt. Und mir scheint, dass seine Besorgnis legitim ist, denn wir haben selbst Augen, um zu sehen, aber auch die Fähigkeit zur Analyse, um die Wirklichkeit in ihre wahre Perspektive zu rücken.

Auf Grund des bisher Geäußerten, möchte ich den heutigen Kommentar auf das internationale Ambiente richten, denn ich glaube, dass die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes unserer eigenen Wirklichkeit den Vorrang geben. Uns ist völlig klar, dass angesichts des Frustes der Putschisten über die Niederlage, ihnen nur eine Kampagne von außen bleibt, die das Ziel verfolgt, die Ortega-Murillo-Regierung auf die Anklagebank der Schuldigen an den Gewaltverbrechen zu setzen, die aber von den Spitzen der Eliten ausgingen und die die Bedingungen für eine politische Schwächung der verfassungsmäßig gewählte Regierung Nicaraguas schaffen sollten.

In der Politik, sagte José Martí, ist das Reale das, was man nicht sieht. Aber in der internationalen Schlacht zur Reinwaschung der Wahrheit, über das, was Nicaragua erfasste, ist die Politik da. Es gibt viel Lärm, der uns von außen erreicht. Aus Washington wird eine stereophonische Verfälschung über die Kompliziertheit der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes gesendet, als hätten die Nationalen den Anstand verloren und müssten den größten Feind unserer Nation darum bitten, angesichts der Unmöglichkeit die Wahlen gegen die aktuelle Regierungspartei zu gewinnen, ihnen den vollen und totalen Übergabewechsel unserer Souveränität zu bringen.

Wir hören oft, dass einige, nicht unabhängige Medien sagen, dass die Mehrheit der Länder der OAS gegen Daniel Ortega stimmen. Aber in Wahrheit muss gesagt werden, dass die USA das tut, weil nach dem Tod von Hugo Chávez das Imperium sich zunächst einmal wieder daran erinnerte, dass es Lateinamerika gibt, nicht um ihm zu helfen, sondern um die Leere auszunutzen, die der venezolanische Ex-Präsident hinterließ. Sie sind dabei, diesen Block, der von den ALBA-Ländern gebildet worden war, zu unterminieren… Deshalb erfolgte die Infiltration des imperialen Adlers auf Venezuela, Brasilien, Argentinien, Ecuador, Bolivien, Kuba und Nicaragua als politisch progressive Nationen, die eine solidarische und ideologische Allianz bildeten, die zum Ziel hatte, in jedem ihrer Länder gegen die Armut zu kämpfen, die zum großen Teil ihren Ursprung in der Habgier von Onkel Sam hat.

Wenn einer die dreiste Präsidentschaft der OAS in den Händen einer Costa-Ricanerin sieht, die außerhalb des Statuts als eine Puppe aufgestellt wurde, die uns bei vollem Licht durch Schläue und nicht durch Vernunft verurteilt, dann sieht er nicht, dass nicht Lateinamerika gegen Nicaragua stimmt, sondern der imperiale Adler, der ohne Grund zusammen mit seinen Dienern aus der Hemisphäre mit Hass seine Krallen gegen unser Land ausstreckt, weil wir einfach Würde haben und uns zu wehren wissen gegen diejenigen, die zu uns mit der Garotte kommen, die die geklonten Marionetten der ADN von Adolfo Díaz oder Enrique Bolaños in ihren Händen halten.

Was haben wir den USA getan? War es bis zum 18. April eine Sünde, dass wir mit Ausnahme von Panama, das bereits in der Krise ist, und der Dominikanischen Republik, die ihre eigenen touristischen Besonderheiten hat, das dritte Land waren, das nachhaltig in Lateinamerika gewachsen ist?
War es falsch, die Migration zu bremsen, die vom Territorium Costa Ricas ausging, um letztendlich die Sicherheit unserer Nachbarn im Länderdreieck des Nordens und sogar der USA nicht zu gefährden?

War es falsch, unsere prekären und limitierten wirtschaftlichen Mittel zu nutzen, um den Drogenhandel hin zum Imperium zu unterbinden und uns in eine Schutzmauer für das Land mit dem größten Drogenkonsum in der Welt zu verwandeln?

War es falsch, mehr als ein Jahrzehnt lang das sicherste, stabilste und friedlichste Land der Region gewesen zu sein mit einer vollständigen Demokratie, die nur diejenigen nicht anerkennen, die immer geschlagen aus den Wahlen hervorgehen?

Für die extremistischsten Kreise des nordamerikanischen Imperiums ist in Nicaragua nicht die Diktatur, die nicht besteht und die nicht kommt und die auch nicht sanft diktiert, das Problem. Wenn dem so wäre und wenn das, was in Nicaragua passierte, in den USA geschehen wäre, dann wäre eine große Menge von Menschen auf dem elektrischen Stuhl gelandet. Das Problem hier ist ein Daniel Ortega mit einem äußerst starken Führungsstil, der die Präsidentschaft nicht ohne Sandinismus ausübt. Viele dachten, dass der Lärm von einer wilden, überstürzten Flucht ausgehen würde. Aber das Gegenteil war der Fall. Der Putschversuch endete politisch und ideologisch mit einer vereinten und resoluten Verteidigung nicht schlechthin seiner Regierung, sondern seines Projekts.

"Ich schulde ihnen nichts und ich fürchte sie nicht." Dieses Axiom bemühte Daniel Ortega reichlich, als er den Schreihälsen ihren Hass nehmen und jemandem das Wort Dialog erklären wollte. Er sagte, dass wir den Dialog führen werden. Als sie von Vermittlung und Zeugnissen sprachen, setzte er im guten Glauben auf die Bischofskonferenz, obwohl zwei ihrer Bischöfe offen zu den Vandalen übergelaufen waren. Als sie (die Bischöfe des Dialogtisches) von einer Wahrheitskommission sprachen, ordnete sie (die Nationalversammlung) ihre Bildung an. Als sie nach der CIDH (Interamerikanische Kommission für Menschenrechte) verlangten, sagte Ortega, dass sie kommen soll. Als nordamerikanische Persönlichkeiten ankündigten, zu kommen, um mit dem Präsidenten zu beraten, da machte er das. Und als die internationale Presse aus dem Munde Daniel Ortegas die Regierungsversion der Ereignisse wissen wollte, da interviewten sie ihn mit Pauken und Trompeten.

International gesehen, wurde das gemacht, was der Tanzbewegung entspricht, Schritte vorwärts und zurück, wagend und zurückhaltend. Aber nicht vom Konzept der Faustschläge, sondern von dem der Geduld und der Klugheit ausgehend. Denn all das ist politisch gesehen wie ein Schachspiel, wo die Spieler dauernd "Schach, Schach und Schach" hören, jedes Mal mit höherer Frequenz. Ortega sagte das zu denjenigen, die glaubten, dass der Putsch nur eine Sache von Tagen sei, und dass sie hier alles mit einem einfachen Gebell einer verantwortungslosen Person demontieren könnten, die bei der Einrichtung des Dialogs sagte, dass dieser kein Tisch des Verhandelns, sondern ein Tisch des Aufgebens (der Regierung) sei.

Ich bin bereits dabei, mit den Figuren auf dem Schachbrett abzuschließen. Ich muss sagen, dass der Vergleich mit dem Schachspiel genau genommen werden muss. Vor allem, sollte man die menschliche Natur des Gegners kennen und seine Psychologie verstehen. Und ich glaube, dass viel von dem in den gesammelten Erfahrungen eines Sandinismus verblieben ist. Es ist nur eine Zeitfrage, seinen Gegnern "Schach matt!" zu sagen…

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