Maras fliehen nach Costa Rica

Von Moisés Absalón Pastora

Quelle: La Voz del Sandinismo

Es scheint so, als ob Nicaragua dabei ist, seine Normalität wiederzuerlangen, wenigstens symbolisiert das die Einstellung der Gewalt, des Todes und anderer Tatsachen, sodass wir feststellen könnten, in Frieden zu leben.

Wie können wir aber in Frieden leben, wenn am vergangenen Wochende (11. August) ein weiterer Sandinist der 198. Ermordete wurde. Wie können wir von Normalität sprechen, wenn an diesem Dienstag (14. August) das Plenum der Nationalversammlung eine Reform des Staatshaushaltes mit Kürzungen der geplanten Einnahmen und Ausgaben beschloss, die das erforderliche Gleichgewicht garantieren sollen, damit die nicaraguanische Wirtschaft am Laufen gehalten wird, trotz der durch den Terrorismus des Putsches im Lande verursachten Schäden. Wie können wir von Normalität sprechen, wenn der Terrorismus großen Schaden im öffentlichen Sektor anrichtete: 252 zerstörte Gebäude, 209 Kilometer beschädigte und zerstörte Straßen, 278 beschädigte und zerstörte Maschinenparks, 389 beschädigte und zerstörte Autos. Wie können wir an Normalität glauben, wenn die Verluste der Kommunalverwaltungen 147 Millionen US-Dollar und des Ministeriums für Transport und Infrastruktur neun Millionen US-Dollar erreichten. Wie können wir das denken, wenn die Tourismusbranche ihre Verluste mit 231 Millionen US-Dollar beziffert, wenn außerdem die Gewalt und die Destabilisierung 8.600 kleine Geschäfte im Tourismus schließen mussten.

Wie wollen wir normal leben, wenn die Kürzung der Einnahmen 7.462,3 Millionen Cordoba betragen wird, was 9,2 Prozent des Haushaltes und 1,7 Prozent des BIP entspricht. Wir müssten dumm sein, wenn wir so etwas denken würden, denn das Einzige, was wir durchbrechen können, ist dieser wirtschaftlich tiefe Einschlag. Aber noch schlimmer ist, dass diejenigen, die den Terrorismus über uns brachten, das Land in wilder Flucht in Richtung Costa Rica verließen, um der Justiz zu entgehen und zu behaupten, dass sie jetzt politische Verfolgte sind, während diejenigen, die das nicht schafften, gefangen und wegen Verbrechen angeklagt sind. Sie werden zu politisch Gefangenen erklärt, während das Volk leidet und Gerechtigkeit fordert.

Pedro Joaquín Chamorro Cardenal hinterließ für die Geschichte jenen Satz: "Jeder, der Herr seiner eigenen Angst ist, der als erster erkennt, dass einer Vorbild sein muss, der immer weiß, dass es für jede Aktion eine Reaktion gibt, den kennzeichnet das in seinem gesamten moralischen Benehmen. Und wir müssen uns zu jeder Zeit bewusst sein, dass wir für jede Tat, ob gut oder schlecht, die wir vollbringen, immer das ernten werden, was wir säten."

Individuen, die von April bis Juli terroristische Minderheiten waren, beschlagnahmten das Land, um einen vorher nie gesehenen Hass zu entfesseln. Sie setzten darauf, dass der Putsch das Ziel erfüllen würde, Präsident Daniel Ortega zu stürzen. Sie dachten nie daran, dass ihre Verbrechen, Folterungen, Schikanen an der menschlichen Würde, Brandstiftungen, Plünderungen und der entsetzliche Schaden für die Volkswirtschaft durch die Justiz verfolgt werden könnten. Sie dachten, dass ihre Hassansprache gegen den Sandinismus die Basis dieser Partei einschüchtern und von dort aus ein derart massiver Zerfall einsetzen würde, der die Machtergreifung vereinfacht, die niemals auf dem Wege der Wahlen erfolgen sollte. Die neuen Regierenden sollten trotz der Verbrechen ungestraft bleiben.

Sie waren so sicher, dass es jemanden gab, der aus der Mitte der Putschisten stammte und der erklärte, dass er bereit und zufrieden sei, die Präsidentenschärpe zu empfangen. Für seine Auftritte beeilten sie sich, Masaya zum vom Sandinismus befreiten Territorium zu erklären. Und sie gingen soweit, eine umfangreiche Liste der neuen Minister, Abgeordneten, Richter und Rechnungsprüfer bekannt zu geben, die die "friedliche Revolution" gründen sollten, auf die der Bischof Juan Abelardo Mata hinwies und die selbstverständlich den Segen der Bischöfe Silvio Báez und Rolando Álvarez erhielt. Diese politisch hirnverbrannten Leute, gesund gehalten und finanziert durch die USA, wussten in Wirklichkeit nie, wofür sie logen. Noch schlimmer ist, dass die Privatunternehmen das Vakuum gegen die Interessen des eigenen Kapitals richteten, das sie aufwenden. Und alle zusammen nutzten sie ein paar Burschen als Kanonenfutter, die sie nicht kannten und deren Namen sie nicht wussten, die nur herumbrüllten... Das Einzige, was sie taten, war einen großen Schmerz über das Land und viel Leid in die Herzen der 198 Familien zu bringen und in drei Monaten das kaputt zu machen, was elf Jahre kostete, um Nicaragua zum 18. April (2018) hinzuführen.

Heute sind viele der Maras verhaftet und werden verhört. Andere, die schuldig sein und wissen, was sie getan haben, flohen und die bereits nach Costa Rica geflohen waren, baten dreist um "politisches Asyl". Aber in Wahrheit kamen sie und beschämten die anständigen Nicaraguaner, die seit vielen Jahren dort leben, weil die Nachrichten nicht auf sich warten ließen, um zu berichten, was sie hier getan hatten, nämlich morden, rauben und Gewalt anwenden. Das taten sie dann auch in San José und anderen Provinzen unseres südlichen Nachbarlandes. Dort zogen sie ihre Sachen ab, um daraufhin eine Nicaphobie-Kampagne aufzuwirbeln, die bereits Teil der Medienagenda gegen uns geworden ist.

In diesem Ambiente nehme ich wahr, dass es im gleichen Maße gebrochene Herzen auf Grund des unersetzlichen Verlustes der 198 Nicaraguaner gibt. Die Familien der Opfer erbaten damals wie heute mit Recht himmlischen Beistand, um diese schwere Lage zu überwinden. Genauso sucht die Justiz unter jedem Stein nach denjenigen, die alle diese Verbrechen begingen. Und ich habe keinen Zweifel daran, dass sie diejenigen sucht, unabhängig davon, wer sie waren, welche Position sie innehatten und wo sie eingesetzt waren.

Es wird die Zeit kommen, in der alle diese geflohenen Maras auf nationalen Boden zurückkehren müssen, wo die Justiz sie erwartet, um ihnen den Prozess zu machen und sie bezahlen zu lassen. Aber unterdessen werden die mit Geduld ausgerüsteten Nicaraguaner die Route ihres Aufwärtstrends wieder aufnehmen, denn sie sind davon überzeugt, dass die Welt nicht stehen bleibt und dass wir alle zusammen es schaffen, die Nation voranzubringen.

Gott segne Nicaragua!

mem